"Biotopverbesserung im Umland" ist beispielgebend!

BiotopverbesserungDurch frühere Flächenzusammenlegungen und die Intensivierung der Landwirtschaft wurde in unserer Gemeinde das Niederwild in seinem natürlichen Lebensraum stark eingeschränkt. Der stetige Rückgang des Niederwildes der letzten Jahre und der eingeschränkte Lebensraum wurden als Anlass genommen, um das Projekt „Biotopverbesserung im Umland“ zu starten und umzusetzen.

Die Idee kam von dem leider viel zu früh verstorbenen Leopold Stehr, der sich im Rahmen eines Lehrganges an der BOKU zum „Akad. Jagdwirt“ ausbilden ließ und dieses Thema auch in seiner Abschlussarbeit behandelte. Er arbeitete ein Konzept aus, die verloren gegangenen Rückzugsflächen, in Form von Brachflächen bzw. Blühstreifen wieder zu erschaffen, bzw. zu verbessern. Er suchte den Kontakt zur Bezirksbauernkammer und auch zu den Landwirten, damit Bauern, die für dieses Projekt Flächen zur Verfügung stellen, keine förderungstechnischen Nachteile erleiden.

Die im Rahmen dieses Projektes geschaffenen Brachflächen haben aus Sicht des Wildes folgende Funktionen:

  • Deckung (Rückzugsflächen)

  • Äsung (Fettreiche Nahrung)

Durch die Kombination aus beiden Funktionen und einer flächendeckenden Umsetzung wird dem Niederwild und sämtlichen Insekten ein verbesserter Lebensraum zur Verfügung gestellt. Insbesondere in Zeiten nach der Ernte, in denen auf den Feldern keine Deckung mehr vorhanden ist, nutzen Hase und Co diese Flächen als Rückzugsgebiete. Dadurch erhofft man sich mittel- bis langfristig die Steigerung des regionalen Niederwildes (Feldhase, Fasan und Rebhuhn).

Daniel Stehr und Martin Kosut setzen die ursprüngliche Idee in Kooperation mit einigen Landwirten nun um. So konnten im Jahr 2014 bereits 4,5 ha Blühflächen angelegt werden. Für 2015 bestehen bereits Zusagen für 8 – 9 ha, wobei auch die neuen ÖPUL-Förderbedingungen mit berücksichtigt werden.

Überdies wurde damit begonnen, mit Infotafeln den Sinn dieses Projektes auch für die Bevölkerung zu erläutern.

Am 13. Oktober 2014 stattete auch Agrar- und Umweltlandesrat Dr. Stephan Pernkopf Niederleis einen Besuch ab, um sich vor Ort über dieses Projekt zu informieren. Er war sehr angetan, vom Engagement der beiden Projektbetreiber und wünscht dem weiteren Projektverlauf alles Gute. Auch Bürgermeister Leopold Rötzer und Gemeinde21-Kernteamleiter Leopold Kitir dankten den beiden Projektverantwortlichen herzlich für diese Initiative.

 

Martin Kosut und Daniel Stehr
präsentierten einer der bereits
angelegten Blühflächen 
Blühfläche 

29.10.2014